Röttgen wird weggelobt

Geschrieben von andre seismo am 18. August 2010 | Abgelegt unter Allgemein

Angela Merkel hat ein neues Bauernopfer weggelobt: weil er sich in Berlin immer unbeliebter macht, wird Röttgen jetzt abgewickelt und “will” für die CDU-Spitze in NRW kandidieren. Kein Wunder, hat er sich doch der Anbiederung der Kanzlerin an die großen Energieerzeuger und Umweltverschmutzer von Eon &Co. teilweise verweigert und einen “Mangel an politischer Diskussion” in der CDU festgestellt. So macht man sich nicht beliebt bei denen, die lächerlicherweise immernoch das “C” in ihrem Namen führen. Böse Zungen behaupten aber, es stehe schon lange nicht mehr für “christlich” sondern für “corruption”. Angela Merkel startet heute ihre “Energiereise” durch Deutschland und Röttgen ist schon nicht mehr dabei. Er hat ausgedient, seine Restlaufzeit ist absehbar und wird sicherlich nicht verlängert. Merkel aber lässt sich weiterhin die Wünsche der Energieriesen ins Notizbuch diktieren, damit diese die Richtung des Energiekonzeptes vorschreiben können.

“Ein interessanter Vorschlag”

Parallel haben die dirty four der Bundesregierung 30 Milliarden Euro angeboten, um das Energiekonzept ordentlich zu schmieren.

Doch der Aufschrei der Politiker blieb aus. Im Gegenteil: in einem Interview mit dem Deutschlandfunk bezeichnete der energiepolitische Sprecher der FDP den Versuch, die gewählte Volkvertretung der Bundesrepublik auf das Niveau einer Prostituierten zu bringen, als “interessanten Vorschlag”.

Andre Seismo

24 Jahre danach

Geschrieben von andre seismo am 11. August 2010 | Abgelegt unter Allgemein

Bei der Diskussion um die Frage der Sicherheit von AKW geht es meistens ums Terroranschläge und Flugzeugabstürze. Und natürlich darum, ob die internen Sicherheitssysteme einen Supergau verhindern können.

Die Ereignisse der letzten Wochen in Russland zeigen aber eine ganz andere, ganz banale Bedrohung: Feuer.

Durch die anhaltende Trockenheit stehen nun auch Landstriche in Brand, die radioaktiv verseucht sind. Es besteht die Möglichkeit, dass dadurch strahlende Teilchen in der Atmosphäre aufsteigen und weiter verbreitet werden. Außerdem bedrohen Waldbrände diverse Atomanlagen, die noch arbeiten. Die Nachrichtenlage und das bisherige Leugnen durch die russische Regierung zeigen erneut, daß man nicht sicher sein kann, daß alle Informationen zeitnah nach “außen” dringen. Die Situation erinnert an 1986, als erst nach mehreren Tagen ein “Zwischenfall” zugegeben wurde, und auch erst, als in Skandinavien erhöhte Strahlenwerte gemessen worden waren. Und 24 Jahre danach ist in den betroffenen Gebieten zwar Gras drüber gewachsen, aber die Strahlung ist noch da.

Eines ist Sicher: diese Technologie ist es nicht!!

Andre Seismo

Was wird am Hindukusch verteidigt ?

Geschrieben von andre seismo am 2. Juli 2010 | Abgelegt unter Allgemein

Im Juni diesen Jahres liefen die ersten Meldungen über die Nachrichtenticker, daß in Afghanistan große Mengen an Bodenschätzen “entdeckt” worden seien. Der Focus berichtet, daß diese Tatsache für die USA eine “wichtige Grundlage ihrer Bemühungen” sei, dort einen stabilen Staat aufzubauen. Das ist erstaunlich. Dachte man doch bisher immer, es gehe um den internationen Kampf gegen den “Terrorismus”. Peter Struck ging soweit, zu behaupten, die Freiheit Deutschlands werde am Hindukusch verteidigt. Und dann rutscht es Horst Köhler peinlicherweise raus:

In meiner Einschätzung sind wir insgesamt auf dem Wege, in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer Größe, mit dieser Außenhandelsabhängigkeit, auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren – zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch negativ auf unsere Chancen zurückschlagen, bei uns durch Handel Arbeitsplätze und Einkommen zu sichern. Alles das soll diskutiert werden – und ich glaube, wir sind auf einem nicht so schlechten Weg.”
Quelle: Bundespräsident Köhler auf dem Rückflug von Afghanistan nach Berlin gegenüber Deutschlandradio Kultur, 22.05.2010

Bumms! Da ist es passiert! Deutschland und damit Europa will Handel und Arbeitsplätze sichern. Dabei können wir Instabilitäten nicht gebrauchen. Sie hindern das Wachstum der Wirtschaft nach Osten.

Der Skandal ist nicht, daß Köhler eingestanden hat, daß es im Kampf gegen den Terrorismus um wirtschaftliche Interessen geht, sondern vielmehr daß er von seinen Politiker-Kollegen im Regen stehen gelassen wurde. Niemand hatte den Mut, ihm beizupflichten. Schließlich steht der Bundeswehreinsatz auf dem Spiel. Wie will man den Angehörigen der Opfer verständlich machen, daß ihre Männer, Väter und Söhne nur als Kanonenfutter dienten, damit das krebsartige Wachsen der Weltwirtschaft weitergehen kann?

Andre Seismo

Ein Jahr ohne Öl

Geschrieben von andre seismo am 2. Juli 2010 | Abgelegt unter Allgemein

Auf arte+7 läuft noch wenige Tage der Dokumentarfilm “Anleitung zur Katastrophe” von John Webster, der versucht, mit seiner Frau und zwei Kindern ein Jahr lang möglichst auf Produkte zu verzichten, die Öl enthalten.

Ein schwieriges Unterfangen. Als eines der ersten einschneidenden Änderungen wird das Auto der Familie verkauft.Fortan sieht man viele Szenen, in denen die Familie statt im Stau zu stehen stundenlang mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt. Die Ehefrau von Webster ist  – gelinde gesagt – wenig begeistert über die plötzliche Wendung im Leben der Familie, die doch “nur versucht, glücklich zu sein”. Aber Webster ist unnachgiebig.

Entgegen den Befürchtungen ist der Film nicht nur geprägt von depressiver Endzeitstimmung. Er vermittelt einen schonungslosen Einblick in die Verflochtenheit der Gesellschaft, von Konsum und Verkehr. Webster verschweigt nicht, daß es viel Frust gibt. Man hat letztlich den Eindruck, daß das “Abenteuer” fast seine Ehe ruiniert: seine Forderungen nach Veränderungen sind unnachgiebig, seine Frau ist müde von den Diskussionen und den Schwierigkeiten, die immer wieder auftreten.

Unbedingt ansehen!

http://videos.arte.tv/de/videos/anleitung_zur_katastrophe-3290282.html

Andre Seismo

Zensur in Berlin

Geschrieben von andre seismo am 12. Juni 2010 | Abgelegt unter Allgemein

Im Berlin dieser Tage herrscht Korpsgeist:

Brüderle wagt einen Vorstoß in Sachen Bürgschaften für Opel, wird aber sofort von der Übermutter Merkel zurückgepfiffen, die es gar nicht mag, wenn man ihr die Fäden aus der Hand nimmt. In dieser Hinsicht ist sie ihrem Ziehvater Kohl nicht unähnlich. Die Frage ist nun, ob sie auch in Sachen “Energiekonzept” eher auf Aussitzen setzt. Momentan sieht es so aus: es gibt so viele Baustellen, die sie gleichzeitig stemmen muss, daß für so unbedeutendes wie die Zukunft der Gesellschaft in Sicherheit und intakter Umwelt nicht viele Ressourcen übrig bleiben. Schließlich muss erstmal die Zukunft des Kapitalismus gesichert werden, müssen “systemrelevante” Bereiche mit Steuergeld vollgepumpt werden, damit sie sich erneut aufblähen können. Daß man von dieser Regierung im Herbst dann ein ausgereiftes Konzept für die Energiewende erwarten kann, bleibt sehr unwahrscheinlich.

Indes verläßt auch der Bundespräsident das sinkende Schiff, nachdem die politische Elite ihm gezeigt hat, dass sie es nicht schätzt, daß jemand über Afghanistan einen Aspekt ins Gespräch bringt, der bisher nur hinter vorgehaltener Hand erwähnt wurde: daß die Auseinandersetzung dort – unter anderem – auch zur allgemeinen Stabilität im Nahen Osten beitragen soll und letztlich die weitere Ausbeutung der Ressourcen sichern soll. Tacheles Reden ist nicht erwünscht.

Andre Seismo

“Ich interessiere mich nicht für Geld”

Geschrieben von andre seismo am 31. Mai 2010 | Abgelegt unter Allgemein

Vor ein paar Wochen las ich in der taz einen Artikel über einen “Wohnungslosen” in Berlin. Der Mann, der sich Jürgen Jonas nennt, lebt seit 11 Jahren draußen, zum Zeitpunkt des Berichts in einem kleinen Park in Dahlem unter einem Sonnenschirm. Er ißt, was ihm die Nachbarn zustecken, oder was er im Abfallcontainer der Supermärkte findet. In einer Umgebung von gepflegter Wohlhabenheit ist er ein Fremdkörper.

“In Indien wäre er ein heiliger Mann, ein Sadhu. Hier ist er nur ein Schandfleck.”

Die Ketzer des Mittelalters wurden von der katholischen Kirche verfolgt und getötet, weil sie das etablierte Machtsystem in Frage stellten. Sie waren meist Mystiker, die mehr ihren eigenen Erfahrungen trauten, als den reglementierten Heilsversprechungen der Kirche. Die Kirche als Institution und Machtapparat war für sie überflüssig. Sie brauchten niemanden zwischen sich und Gott. Deshalb waren sie gefährlich.

Jonas lehnt das ab, was unsere Gesellschaft anbietet, wenn von “Leben” die Rede ist: einen Job, eine Rentenversicherung, Statussymbole. Er braucht keine Institutionen und Konstrukte, die ihm zeigen, wie er leben soll, die zwischen dem Leben und ihm vermitteln. Er lebt einfach. Deshalb ist er gefährlich. Deshalb ist er ein Ketzer. Ein Extremist im ursprünglichen Sinn, und wahrscheinlich auch im politischen.

Andre Seismo

Peter Hennicke, Manfred Fischedick: “Erneuerbare Energien”

Geschrieben von andre seismo am 5. Mai 2010 | Abgelegt unter Allgemein

“Warum noch ein Buch über erneuerbare Energien?”

Eine berechtigte Frage und zugleich auch der Beginn des Einführungskapitels des schmalen Bändchens “Erneuerbare Energien” von Peter Hennicke und Manfred Fischedick, erschienen im Verlag C.H. Beck in der Reihe Wissen.

Die Autoren haben den erklärten Anspruch, fern ab von einer unkritischen Euphorie, die Potenziale der EE zu beleuchten.

Eine Prämisse setzen Hennicke und Fischedick dabei schon im Einführungskapitel voraus:

“Die Effizienzsteigerung ist der natürliche Verbündete und die unabdingbare Voraussetzung einer Solarenergiewirtschaft.”

Wenn wir also weitermachen wie bisher, können wir uns den Ausstieg aus der Atomenergie gleich abschminken, dann werden die Unkenrufe der Skeptiker, die schon heute behaupten, EE können nie und nimmer die komplette Energieversorgung in Deutschland sichern, bittere Realität. Dann nämlich galoppiert die rasant steigende weltweite Nachfrage nach Energie der Entwicklung im Bereich EE davon.

Nachdem im ersten Kapitel durch diverse, auch klimatechnische Szenarien, ausgemalt wird, daß dringend eine Umgestaltung der Energieerzeugung eingeleitet werden muss, werden die Autoren dann endlich konkret, aber erst in Kapitel 3 (!) erläutern sie, was EE denn nun überhaupt sind. Den höheren Erkenntnisgewinn hat der Lesende sicherlich, wenn er die Übersicht über die EE-Arten aus Kapitel 3 schon im Hinterkopf hat, wenn er sich Kapitel 2, “mächtige Triebkräfte und Anforderungen”, widmet. Dann wird auch viel nachvollziehbarer, das Systeme mit EE z.B. eine geringere “Systemverletzlichkeit” haben als die zentralistischen Strukturen mit gefährlichen Atomkraftwerken heute. Warum Verlag und Autoren eine solche verwirrende Kapitelabfolge gewählt haben, bleibt unklar.

Im vierten Kapitel schließlich beleuchten die Autoren die Veränderung der Kennzahlen der EE von 2004 bis 2005, von der Energieleistung der EE, über die jährliche Produktion von Strom aus Photovoltaik bis zur Anzahl der Länder mit einer speziellen Einspeisepolitik für EE. Dieser Blick zurück – das Buch erschien 2007 – macht die weltweite Dynamik und die Potentiale der EE deutlich. In gleichen Kapitel erläutern die Autoren außerdem, daß die weitere Entwicklung der EE nicht nur ein Ergebnis der technischen Machbarkeit, sondern auch des politischen Willens sein wird. In Deutschland muß man leider in den vergangenen Monaten besonders an diesem Willen zweifeln. Die Prioritäten liegen eindeutig auf einer Gewinnmaximierung der Energieriesen durch die Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken.

“Gesellschaftlich wünschenswerte Ziele und auf kurzfristige Rendite optimierte Unternehmensplanungen klaffen zum Teil stark auseinander.”

Bei allem Optimismus machen sich die Autoren offenbar keine Illusionen darüber, von wem der Impuls für die Energierevolution ausgehen muss: Da die Stoßrichtung der Energie-Riesen weiterhin im Protektionismus ihrer Marktmacht liegt, kann eine Umgestaltung nur durch die Macht der Konsumenten, der Nachfrager, der Bürger/-innen kommen. Dazu sind allerdings breite gesellschaftliche Bündnisse nötig.

Die beschlossene Senkung der Vergütung für die Einspeisung von Solarstrom zeugen nicht von der Absicht der momentanen politischen Akteure, Photovoltaik im großen Stil weiter zu fördern. Das von den Autoren als richtungsweisend gefeierte EEG ist damit stark beschnitten worden.

Die Autoren haben die Hoffnung, daß die Wissenschaft durch Szenarien der möglichen Entwicklungen der Politik Entscheidungshilfen an die Hand gibt. Im Zusammenhang mit dem Austieg aus dem Austieg in Deutschland mutet diese Hoffnung fast romantisch an: Seit Jahrzehnten werden die Politiker eindringlich vor den Gefahren eines “weiter so” gewarnt, die Gutachten, die zu einem solchen Schluß kommen, sind zahllos. Geändert hat sich fast nichts. Der letzte gescheiterte Klimagipfel ist einer der aktuellsten traurigen Belege dafür.

Fazit:

Die Autoren geben den Lesern/-innen umfangreiches Zahlenmaterial an die Hand, um die bisherigen Dynamik der Entwicklung nachzuvollziehen und die Entwicklungspotentiale bewerten zu können.

Die Erklärung von Fachbegriffen ist aber sehr uneinheitlich: Einerseits setzen die Autoren offenbar voraus, der geneigte Leser wisse wohl schon, was unter der “Vergleichmäßigung der Lastganglinie” zu verstehen ist, denn dieses Wortungetüm wird nicht näher erläutert. Gleichzeitig erklären sie aber – zu recht – was ein “Hybridkraftwerk” ist. Es fehlt ein Glossar der verwendeten Fachbegriffe.

Ein weiteres Manko sind die Abbildungen: es wurden offenbar Abbildungen und Grafiken benutzt, die für größere Formate entworfen wurden. Diese mussten stark verkleinert werden, so daß die Lesbarkeit stark abnahm. Außerdem wurde offenbar übersehen, daß der schwarz-weiß-Druck von ursprünglich farbigen Grafiken voraussetzt, daß die Farben in unterscheidbare Grau-Töne umgesetzt werden müssen. Im vorliegenden Band ist dies nicht geschehen, zum Teil ist der Informationsgehalt von Grafiken damit gleich Null.

Besonders in den Kapiteln, die sich mit möglichen Szenarien der Entwicklung befassen wird deutlich, daß der/die Leserin erhebliches Wissen bereits mitbringen muss, um von der Lektüre zu profitieren.

Ein Plus ist die ausführliche Literaturliste im Anhang.

Andre Seismo

Oettinger glaubt !

Geschrieben von andre seismo am 18. April 2010 | Abgelegt unter Allgemein

“EU-Energiekommisar Oettinger glaubt nicht, daß durch die neue Ostsee-Pipeline die Abhängigkeit Europas von russischen Gas steigt.”

So lautete letzte Woche eine Schlagzeile in einer Nachrichtensendung des Deutschlandfunk. Schön für ihn. Daß er zum Glauben gekommen ist, meine ich. Er setzt darauf, daß die Lieferverträge eingehalten werden. Und schließlich gebe es ja “wechselseitige Wirtschaftsbeziehungen” mit Russland.

So weit, so gut.

Vielleicht übersieht Herr Oettinger hier, daß man Äpfel nicht mit Birnen vergleichen kann: Wenn es Russland in den Kram passt, kann es sich seine Importgüter auch aus einem anderen Land kommen lassen. Wenn Russland aber den Gashahn abdreht, kann Europa nicht kurzfristig die Pipeline verlegen, und sich das Gas aus einem anderen Land liefern lassen. Dann lägen nämlich 7,4 Mrd. Euro nutzlos in der Gegend rum. Oettinger meint aber, das eine Abhängigkeit plus eine zweite sich zu Null addieren lassen. Vielleicht hilft ihm hier auch sein Glaube weiter.

Im Energiesektor auf EU-Ebene werden heute wichtig Entscheidungen getroffen, die die Richtung für die nächsten Jahrzehnte und Jahrhunderte vorgeben. An dieser Stelle brauchen wir keinen, der glaubt, sondern einen Visionär, der weiss!

Andre Seismo

Seismosblog wünscht frohe Ostern !!!

Geschrieben von andre seismo am 3. April 2010 | Abgelegt unter Allgemein

ursprüngliches Bild: Atomkraftwerk Grohnde in Niedersachsen, Deutschland, eigenes Bild Autor=Heinz-Josef Lücking, Date=11.07.2009, Creative Commons, Wikipedia

Und es geht doch ! – “Die vierte Revolution”

Geschrieben von andre seismo am 26. März 2010 | Abgelegt unter Allgemein

In Programmkinos abseits des Mainstreams läuft momentan der äußert sehenswerte Dokumentarfilm “Die vierte Revolution – Energy autonomy“, der anhand von eindrucksvollen Beispielen zeigt, daß es möglich ist, die komplette Energieversorgung unseres Planeten von fossilen Energieträgern und Atomkraft auf Erneuerbare Energien umzustellen.

Der Filmemacher Carl A. Fechner reist rund um den Globus, um Visionäre des anbrechenden Solarzeitalters und deren Projekte vorzustellen.

Auch Hermann Scheer, MdB der SPD und seit Jahren Vordenker in Sachen EE, ist auf dem gesamten Globus unterwegs, um ein Netzwerk von Energie-Aktivisten zu knüpfen und zu pflegen. Für ihn ist klar, daß die Umstellung auf EE der einzige Ausweg aus der Sackgasse der Co2-Belastung und Rohstoff-Abhängigkeit darstellt. Er nimmt den Zuschauer an die Hand und zeigt, daß die Vorbehalte , die von den Stromkonzernen vorgebracht werden, ideologische Irreführungen sind: Da durch eine grundlegende Umgestaltung ein massiver Machtverlust für Eon & Co droht, ist diese Abwehrhaltung aus kapitalistischer Sicht nachvollziehbar.

Die weltweiten Beispiele, daß Alternativen zum zentralistischen Versorgungssystem aus Kohle, Öl und Atom funktionieren, machen Mut. Und es ist erfrischend zu sehen, daß z.b. in Indien es die Frauen sind, die lernen, wie mit Solaranlagen umzugehen ist. In Mali ermöglichen Solarzellen erstmals eine Stromversorgung von Dörfern und damit eine erste Teilhabe an den mit elektrischem Strom verbundenen Erleichterungen im täglichen Leben. Da es in Mali kein zentrales Stromnetz gibt, sind die Akteure in der glücklichen Lage, durch den Aufbau einer dezentralen Versorgung von kleinen, autonomen Netzen einer eventuellen Bildung eines Energie-Mono- oder Oligopols zu verhindern.

Fazit: unbedingt ansehen !!!

Hier gehts zur offiziellen hompage des Films.

Andre Seismo

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